Sonntag, 14. Februar 2010

Preise zu Tet

Jetzt ist ja Tet. Die Tage davor habe ich natürlich auch Besorgungen gemacht, weil die Läden und Küchen, bis auf seltene Ausnahmen, bis nächsten Mittwoch oder gar Sonntag geschlossen sind. Zwischen dem Hin- und Herfahren verlangte mein Magen Füllung, es war Mittagszeit und ich beschloss ein bun cha Schuppen gleich am Anfang der nächsten großen Straße auszuprobieren. Bis dato habe ich bun cha nur bei der Uni geschmaust, wo es wirklich vorzüglich ist und auch diese zweite Geschmackserfahrung lief der gewohnten nicht den Rang ab. Ich hielt also an, parkte mein Bike, sagte Hallo und bestellte. Die Küche war im Raum links, die meisten Sitzgelegenheiten im Raum rechts daneben, beide zur Straße offen und wie üblich einfach eingerichtet. Die Bestellung war gleich da, das ist ja alles vorgekocht und wird warmgehalten. Ich bekam also ein Schüsselchen mit Suppe und gegrilltem Fleisch darin, einen Teller Nudeln und einen sehr schön hergerichteten Salat-/Kräuterteller. Das Fleisch schmeckte interessant, etwas wie karamellisiert, die Nudeln waren nicht ganz optimal, meine Lieblingskräuter gab es reichlich. Die Karotten und der Kohlrabi in der Suppe waren grob geschnitten, da hatte man mehr Geschmack. Insgesamt aber nicht so gut wie bei der Uni. Dort kostet es 15 000, also nahm ich an, das es genausoviel hier kostete, was es wahrscheinlich auch tut, dennoch wurde mein zwanzigtausender mit einem „ba muoi“, 30 k, zurückgewiesen. Ich zeigte dem jungen Kellner mit zweifelnder Miene meine fehlende Einverständnis in diesen Preis und machte ihm deutlich, dass ich den normalen Preis durchaus kenne. Hierauf schaltete sich die Köchin und Chefin des Hauses ein, ein feistes Weib, das umrundet von Töpfen und Schüsseln hockte. Ihr Mann saß draußen und hielt das Fleisch über dem Grill. Unwirsch wiederholte sie „ba muoi“, worauf ich nocheinmal die Straße runterzeigte und die Hälfte des Preises nannte. Darauf kam nochmal ein ba muoi, unfreundlich und mit einer Miene, die sagte „was ich sage, ist Befehl“. Der Kellner wiederholte auch nochmal ba muoi, jedoch deutlich weniger überzeugt. Das ganze war äußerst amüsierend, ich redete weiter auf Deutsch, worauf der Gesichtsausdruck des Küchendrachens auf „starke Verstopfung seit 7 Tagen“ sank. Ich hatte ja noch was Anderes zu tun, also zahlte ich dann das geforderte, schlecht war das Essen ja nicht, parkte aus und rief noch ein freudiges „xin chao!“, worauf der Mann in Lachen ausbrauch und das Weib nichts mehr sagte. Da hat sich der doppelte Preis gelohnt. Ansonsten ist teilweise auch sehr teuer geworden, je näher es an Samstag rangekommen ist. Der Preis von einem Kilo Mango etwa stieg von 20k auf 40k. Viele drehen hier deutlich durch vor Neujahr und als Westler hat mans da nochmal schwerer, bei den Marktleuten, die wir frequentieren, gab es aber bis zuletzt den normal Preis. Gute Leute.


Die erwähnte Mango gibt es übrigens meist zum Nachtisch. Köstlich.

euer Adrian

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Hallo! Schön, dass du mitliest.
Ich freue mich über deine Gedanken dazu!
dein Adrian