Am Freitag war große Aufregung, der Sturm war für das Wochenende erwartet. Daher beschloss die Hafenbehörde, pflichtbewusst und verantwortungsvoll, allen Booten bereits heute das Auslaufen zu verbieten. Außer wenn der Bootsbesitzer ein Geschenk, Verzeihung, eine offizielle Gebühr für erhöhte Gefahr und mögliche Rettungsmaßnahmen zahlt. Statt auf dem Boot zu sein, ging ich also mit zwei netten holländischen Medizinstudenten, Wernhart und Ernst, ins Valley, klettern. Natürlich war vom Sturm den ganzen Tag nichts zu sehen, Sonnenschein und laue Brise am Nachmittag. Die meisten Essstände (oder Esstände?) waren dicht, so auch mein Phostand. Nur die Teetante war da und überzeugte mich bei ihrer Nachbarin zu speisen, ga tan, das ist Huhn in einer fettigen Spinatsuppe mit Brötchen und Limonensalz. War OK. Als ich während dem Verzehr von che den am Markt gefragt wurde, ob ich aus Ost oder Westdeutschland komme, fing es dann doch an zu regnen. Nach ein paar Runden Kicker und Billiard im Noblen Haus, das heute zu vietnamesischen Zeiten um 10 schloss, gings nach Haus, wo ich mit Michel Thomas anfing Italienisch zu lernen. Das Programm ist nur zum Zuhören und Sprechen, funktioniert gut. Damit man weiß, wie mans nicht ausspricht hat er zwei Schüler, die es auch sprechen. Da ich vorhabe, wenn ich alt und reich bin, eine Villa in der Toskana zu erwerben und dort meinen Lebensabend zu verbringen, fang ich besser jetzt schon an zu lernen, damit ich dann am Stammtisch authentisch klinge.
Mehr als Regen kam in dieser Nacht nicht.
Mehr als Regen kam in dieser Nacht nicht.Am Samstag Morgen hatten sie alle schwimmenden Häuser vom Fischerhafen in geschützte Buchten verlegt, ungewöhnliche Leere von der Promenade aus zu sehen. Regen und Wind, die See war sehr aufgewühlt mit großen Wellen. Für die Nacht war dann der richtige Sturm erwartet. Bereits am Tag fielen die ersten maroden Äste und verrosteten Schilder um, die Läden, die noch offen waren, schlossen heute nachmittags um 4. Und es gab auch schon zwei Todesopfer. Wie sich später herausstellte aber nicht vom Sturm gefordert, sondern an Krankheiten verschieden. In der Nacht hörte man doch deutlich stärkere Böen, aber so richtig gekracht hats nicht, auch wenn man heute, am Tag des Herrn, ein paar umgewehte (alte) Mauern sieht. Die meisten Äste sind schon zusammengefegt, die Boote sind wieder im Hafen, die Sonne scheint und der Wind weht noch schön kühl. Also ich habs überlebt.
Nachher bin ich bei einer Freundin eingeladen, der ihre Haushälterin kocht heute bun-Nudeln mit Shrimppaste, mal sehen.
Neue Fotos zu finden im Fotoalbum!
euer Adrian
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Hallo! Schön, dass du mitliest.
Ich freue mich über deine Gedanken dazu!
dein Adrian