Nahe der Khao San Straße befindet sich unser Hotel - Sandra und Cat sind schon am Vortag angekommen. Im Hotel sind sie aber nicht, wie sich später herausstellt pilgerten sie zur Abholung zum Flughafen, doch zwei Stunden zu spät. Ich erkunde also die nahe Umgebung, die Straße zur Khao San ist in U-Form und mehr oder weniger Fußgängerzone, innerhalb des U eine Tempelanlage. Beim umherwandern mache ich mit "7/11" Bekanntschaft, eine Kette von Winz-Supermärkten. Praktisch an jeder Ecke zu finden sind sie super für den durstigen Touristen - ein Paradies für den Neugierigen, denn es gibt eine Vielzahl an Getränken exotischen Inhalts - und: lecker Joghurt! Der ist in Vietnam noch nicht so hoch entwickelt, oder importiert schweineteuer. Den Durst gestillt laufe ich weiter und stoße auf "the Chonabod", einen familienbetriebenen Laden mit handgemachtem Allerlei. Der Bruder ist Designer und entwirft TShirts, Postkarten und Poster mit dem Thai-Alphabet, die Schwester produziert in einem Dorf in Chiang Mai, im Norden, Holzspielzeug, Stofftäschchen und anderen Krimskrams. Im Laden selbst trifft man jedes Mal jemand anderen. Erst mache ich Bekanntschaft mit dem pensionierten Bauarbeiter Yong, 65, Schwager des Designers. Mit ihm lässt sichs gut plauschen und er erzählt über das Alphabet, Pad Thai, wo ich eine schöne Bootstour machen sollte und über das Interieur das er selbst zimmert, seit er nicht mehr arbeitet. Dazu sammelt er Teak Holz das andere Leute wegwerfen und baut daraus wunderschöne Kisten, Schemel und Schränke - unverkäuflich. Beim nächsten Mal ist eine Frau mit Kind im Laden, beim dritten Mal ein weiterer Verwandter des Designers, alle recht freundlich und erklären freudig, was Erklärung bedarf. Generell finde ich es hier einfacher zu kommunizieren, denn viele Thais sprechen ganz gut Englisch, wenn sie mit Touristen zu tun haben sowieso, aber auch viele andere. So kann man auch was fragen, das nicht in dem Minimal-Englisch ist. In Vietnam siehts anders aus, den Viets mache ich ja keine Vorwurf, ich hätte ja auch mehr ihre Sprache lernen können. Dennoch zeigt der Unterschied schon etwas und das Land und die Leute machen einen anderen Eindruck.
Einen anderen Eindruck macht auch das Essen - deliziöses streetfood! Viel Geschmack, Soßen, Gewürze - indulgence. In der U-Straße habe ich mein erstes Patthai. Als die Mädels ankommen gehts auf die Khao San, eine Ansammlung von TShirtständen mit meist bekloppten Sprüchen, Bars mit cheap cheap Kübelsaufen wie in Malle und Birmesen die einem unablässig Anzüge verkaufen wollen, mit einem hatte ich eine ganz nette Unterhaltung, am letzten Tag meiner Reise. In einer Nebenstraße haben wir in einem Restaurant abendgegessen und von da an entschied ich nur noch streetfood zu konsumieren. Als Nachtisch habe ich geröstete Made und Heuschrecke verspeist, letztere recht lecker und knusprig - Beweisfotos kommen noch, meine Kamera ist irgendwo in Hanoi als "gebrauchte" Kamera im Angebot (und der Dieb wiegt sich in Sicherheit, weil er denkt dass ich nur auf Durchreise war..muhahaha, ähem.), deshalb ist meine Schönheit auf vielen Kameras anderer Leute zu finden und wird im Laufe der Zeit in meinem Postfach landen.
Am nächsten Tag besuche ich mit Cat den Königspalast, nachdem die Kleiderhürde überwunden ist, ich darf in schicker lila Hose und Cat im Sarong eintreten. Ganz schön dort drin und der Jadebuddha recht eindrucksvoll und die Wandgemälde erzählen von Legenden, sehr schön. Danach gings zu einem anderen Wat, zum liegenden Buddha, imposant und vor allem die Fußsohlen gefallen mir, mit schönen Muster verziert.
Abends buchen wir den Nachtbus für den folgenden Tag, nach Phuket. Viele Agenturen dort sind in israelischer Hand und Omri die Mädels freundlich während ich draußen wartend von einem freundlichen Maximalpigmentierten gefragt werde ob ich aus Schweden sei. Es ist Chris Forster! Noch nie gehört? Ich auch nicht, ist aber in Thaibox kreise wohl einigermaßen ein Name, Champion in Schweden letztes Jahr oder so und lebt und trainiert jetzt in Bangkok. Deutsch hat er in der Schule in Schweden gelernt und hat in Hamburg gewohnt. Jetzt auf jeden Fall in Bangkok und hier hat er stolze vier Freundinnen. Er führt uns zu seiner Trainingsplatz, zur Stunde ist nichts mehr los, und zeigt uns ein paar Tricks. Ein befreundeter Thai, auch Boxer, ein freundlicher Muskelberg, taucht mit Whiskeyflasche auf, die er bis auf die Schlucke die wir nehmen, wohl alleine leert. Die Gesichter der beiden sehen nicht unbedingt toll aus, bei Chris wars eine Kollision mit gegnerischem Ellbogen, gleich neben dem Auge. Da tut Betäubung gut.
Die Gratisplätze in der Boxarena gibts nur am Wochenende und so entscheiden sich die Mädels zu einer der berühmten Pingpongshows zu wollen. Ein Tuktukfahrer ist schnell gefunden und es geht rasant durchs abendliche Bangkok. Die Gegend ist auf jeden Fall nicht Rotlich, aber hier gibts das Original. 300 Baht pro Person, so lange schauen wie man will und Trinken umsonst. Ich bleibe lieber draußen, von den Beschreibungen hernach die richtige Entscheidung. So unterhalte ich mit Sasa, dem Fahrer. 50 und zwei Kinder, er fährt seit er 20 ist, schlafen tut er nicht so viel und trinkt gerne das Thai Red Bull - da fäht sichs schneller sagt er. Die erste Sprachstunde bekomme ich, neben Hallo und Danke lerne ich baba bobo, das bin ich, verrückt, weil ich nicht die Mädchen sehen will. Die Unterhaltung wird noch lustiger als ein zweiter, vollkommen überdrehter Tuktukfahrer auftaucht. Sehr offen wird dann über sexuelle Präferenzen geredet und die beiden necken sich gegenseitig, wie der eine das mag und der andere das doch ganz absurd findet. Bald ist der zweite aber wieder fort, gen Freundin, bis seine Fahrgäste fertig mit schauen sind. Fast ausschließlich Touris kommen hierher, meist kleine Gruppen junger Leute. Während ein Losverkäufer mir seine Ware andrehen will parkt dann ein dicker SUV neben uns und ein dicker Thai steigt aus und bittet mich für ihn Lose auszusuchen - der Westler bringt bestimmt Glück. Der Losmann ist froh denn ich biete dem Dicken gleich einen ganzen Stapel Lose an, macht nix, genug Geld, kauft er alle. Er ist der Sohn vom Pingpongshowbesitzer, der ausschaut wie ein Jackie Chan Bösewicht. Hier gibts nur Pingpongshow, aber der Sohn hat noch ein Haus woanders mit 70 Mädchen und wenn er im Lotto gewinnt darf ich frei auswählen. Er sagt, so glaube ich mich zu erinnern, egal ob für eine Stunde oder für die ganze Nacht 2000 Baht, 50 Eur0. Leicht verstört und wortkarg kommen die Mädels dann raus und es geht mit Sasa zurück zur Khao San. Ich erspare euch was alles aus unterschiedlichen Körperöffnungen erschienen sein soll.
Tag drei im Land des Lächelns, Bootstour über den Fluss, war ganz nett. Mehr Spaß hat es gemacht beim Boxtraining am Nachmittag zuzuschauen, der Whiskeytrinker wirkte ganz fit, im Gegensatz zu den Westlern die bis zur Erschöpfung auf die polstertragenden Trainer hauen mussten. Grad bei der Hitze floß der Schweiß in Strömen. Im Nachtbus gings Richtung Phuket, wo wir gegen Mittag eintrafen und nach einigem umherirren aus dem Schwulenviertel von Patong Beach herausfanden, in dem Mädchen nicht in den Hotels erlaubt sind. Der Ort hat mich einigermaßen abgeschreckt, in der Mitte der Insel ist Phuket Stadt und von dort entscheidet man sich für einen der Strände (die wahrscheinlich ziemlich gleich sind) und dort bleibt man dann, umgeben von Hotels, Bars, Stripclubs, Ladyboys und Huren, die mit sanften Händen Vorbeigehende locken. Oder auch nicht. Am nächsten Morgen gehts zum Strand mit schönen Wellen, Nachmittags reise ich gen Phuket Stadt zur Busstation, wo ich mir ein Ticket nach Krabi kaufe. Die Mädels bleiben aus unerfindliche Gründen noch einen Tag länger. An der Busstation esse ich Padthai, kaufe Snacks für die vierstündige fahrt im 7/11 und unterhalte mich mit Pol, der hier lebt und sein eigenes Auto hat und Taxifährt. Trotz allem ist es für Thais hier ganz günstig zu leben, 2500 Baht zahlt er im Monat für Unterkunft, die Hälfte zahlen die Westler für eine Nacht, und er verdient an einem guten Tag 1000, etwa mit einer Taxifahrt nach Krabi, aber ich habe ja leider schon ein Ticket. Was schön ist, hier kann man selbst mit Leuten die einem was verkaufen wollen eine Unterhaltung führen, nachdem sie gecheckt haben, dass man wirklich nichts kaufen will, habe ich das schon erwähnt? Naja, ist auf jeden Fall sehr angenehm, in Vienam frägt der Taxifahrer ob man wohin fahren will und wenn nicht dreht er sich grußlos um und läuft weiter.
Per Mopedtaxi fahre ich das letzte Stück, nicht nach Krabi Stadt, sondern nach Ao Nang, auch an der Küste und von dort soll es einfacher sein mit dem long tail boat zu den Stränden zu kommen, abends fahren die aber auch hier nicht mehr und so quartiere ich mich hier ein.
Die Straße runter zum Strand ist nicht zu lang, gesäumt von Hotels, Bars und McDonalds und 7/11. An der Strandstraße inspiziere ich die Karte vom lokalen Irish Pub, der, wie schockierend viele hierzulande, kein Cider führt! Ich taper zurück auf der Hotelstraße und stoppe bei einem Grillstand, wo ein freundlicher Grillmeister vom Lande (dort gabs nichts zu verdienen, deshalb kam er her) halbgare Hühnerschenkel anbietet. Schnell bemerkt schmeiße ich das Bein zurück auf den Grill. Auch die Spieße des kleinen, dicken Jungen drehe ich. Mein Bein wird dann aber fertig und so entkomme ich der jungen Prostituierten "Joy" , die sagt, dass sie 20 ist und mich doch gerne als "boyfriend" hätte. Beim 7/11 kaufe ich mir Frühstück für den nächsten Morgen, lecker Jóghurt, Milch und Cornflakes. Die verspeise ich dann beim Warten auf acht Leute, damit das Boot voll wird. Es sind ziemlich viele Deutsche unterwegs (auch jetzt noch auf Cat Ba), mit auf dem Boot ist ein badenwürttembergisches Pärchen mit Kleinkind auf dem Weg nach Raileh Beach, ich will nach Tonsai. Was ich hier mache, Klettern, ach wo kann man das machen, fragt er. Überall wo du hinschaun kannst, sage ich und steige an Tonsai, dem Klettererstrand aus. Felstürme umsäumen den Strand, dahinter ist Urwald, am Strand Reggaebars. Angekommen.
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Hallo! Schön, dass du mitliest.
Ich freue mich über deine Gedanken dazu!
dein Adrian